Dienstag, 21. Mai 2013

Blogvorstellung - Teil 1


So, heute gibt es den ersten Teil der Blogvorstellung. Damit kein Blog in einer Masse an Vorstellungen untergeht, werde ich in jedem Teil 3 Blogs vorstellen, zufällig zusammengewürfelt. Die Reihenfolge sagt nichts über meine Vorlieben aus ;) Bewerben könnt ihr euch weiterhin hier, ich würde mich sehr freuen, noch ein paar neue Blogs kennen zu lernen.


Den Anfang macht Sóleys Blog Cotton Candy Stories. Vielleicht kennt ihr sie ja schon von ihrem Fernweh-Gastpost über Island hier bei mir. Auf ihrem Blog schreibt sie nämlich hauptsächlich genau darüber - über Island und Neuseeland, die beiden Länder, in denen sie bereits längere Zeit gelebt hat. Vorher hätte ich nie gedacht, man könnte so viel Allgemeines über ein Land an sich schreiben und doch noch abwechslungsreich bleiben (vor allem für Leute wie mich, die weder mit Island noch mit Neuseeland irgendwas am Hut haben) - Sóley hat mich eines Besseren belehrt. Irgendwie scheinen ihr jeden Tag neue, spannende Dinge einzufallen, die sie dort erlebt und gesehen hat. Ob Isländische Musik, Studentenleben in Island oder die Kultur der Neuseeländer - man erfährt immer etwas Neues. Besonders beeindruckend sind die Fotos, mit denen Sóley ihre Beiträge illustriert. Vor allem bei den Naturaufnahmen bleibt mir öfter der Mund offen stehen und ich bekomme richtig Fernweh.
Zwischen den Island- und Neuseeland-Posts gibt es auch öfter (meistens sehr ungewöhnliche) Rezeptposts zu lesen und in letzter Zeit hat mir vor allem der City Guide Prag besonders gut gefallen.


Blog Nummer zwei für heute stammt von der wunderbaren Caren und trägt den klangvollen Namen Radiergummibaum. Sie selbst sagt, auf ihrem Blog möchte sie ihre Kreativität ausleben und vor allem ihre Leser unterhalten. Und damit hat sie, zumindest bei mir, wirklich Erfolg. Jeder ihrer Posts bringt mich mindestens zum Lächeln, meistens aber dazu, laut loszulachen. Schon allein die Gestaltung ihrer Fotos ist sehenswert. Noch dazu wirkt Caren in ihren Posts einfach total sympathisch und schafft es sogar, einen Post über ihre Socken cool wirken zu lassen. Lachen musste ich letztens auch über ihre Frühlingsgedanken. Aber auf Radiergummibaum gibts noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel richtig gute Fotos, vor allem die in verlassenen Gebäuden gefallen mir wirklich gut. Außerdem reist Caren ab und an für ein Wochenende in verschiedene deutsche Städte und schreibt darüber - etwas, was ich ja auch mal gerne mache, wenn ich ein bisschen Zeit und Geld habe, und dann bin ich natürlich froh über Insider-Tipps. Hier war Caren in Nürnberg und hier in Hamburg. Achja, und in Thailand war sie auch noch.


Steffs Blog Pekingenten habe ich hauptsächlich über verschiedene Blogparaden kennen gelernt, die sie organisiert hat. Das ist für mich schon mal ein riesiges Plus - ich finde es toll, wenn sich BloggerInnen um Vernetzung bemühen und auch mal selbst eine kleine Aktion starten. Aber ihren Blog stelle ich selbstverständlich nicht nur deswegen vor, sondern vor allem wegen ihrer tollen Posts und der interessanten Themen. Steff schreibt zum Beispiel viel über veganes Essen, was mich immer interessiert (auch wenn ich es nicht mal schaffe, konstant vegetarisch zu essen...), über Naturkosmetik und über ihre Reisen. Ich finde ihren Schreibstil sehr schön zu lesen und vor allem unheimlich sympathisch, und so lese ich wirklich jeden Post ausführlich bis zum Ende durch, egal, worum es geht. Besonders spannend ist natürlich, dass Steff gerade dabei ist, nach China zu ziehen. Für ganze vier Jahre. Ich mit meiner einjährigen Peru-Erfahrung kann dazu nur sagen: Respekt! Und ich bin natürlich unheimlich gespannt auf die ersten Bilder und Erfahrungsberichte aus Beijing.

 
Abschließend muss ich zugeben, dass mir die Auswahl nicht so schwer gefallen ist, wie ich dachte. Das einzig Schwierige war, eure ganzen lieben Kommentare zu lesen und danach zu entscheiden ;) Am liebsten wäre es mir gewesen, jeder hätte einfach nur seinen Bloglink gepostet! Denn ich kam mir schon schlecht vor, wenn ich im Kommentar noch ein lieb formuliertes Lob für meinen Blog bekam und der Blog dann doch nicht auf meine Liste für die Vorstellungen landete... Selbstverständlich ist jeder Blog an sich vorstellenswert, schließlich gibt es auch bei jedem Thema und jedem Stil Leute, die sich dafür interessieren. Aber ich habe einfach nach meinem ganz persönlichen Geschmack entschieden, und dabei ist mir auch aufgefallen, auf was ich an einem Blog achte bzw. was mir besonders gut gefällt. Damit ihr meine Entscheidungen ein bisschen nachvollziehen könnt, dachte ich mir, ich präsentiere euch, was mir aufgefallen ist - ob einzelne Punkte gut oder schlecht sind oder ich mein Blog-Anschau-Verhalten in einigen Punkten ändern muss, darüber dürft ihr euch gerne auslassen ;)
  • Ich mag es, wenn ein Blog viele verschiedene Themen aufgreift. Vor allem, wenn es auch mal ungewöhnliche oder "ernstere" Themen sind.
  • Ich suche immer zuerst nach einer "About"-Seite und erfahre gern ein bisschen was über den Blogger bzw. die Bloggerin - Alter, Wohnort, Beruf, zum Beispiel
  • Das Design spielt für mich auf jeden Fall eine Rolle. Es muss nicht professionell sein, aber es sollte modern sein und zum Blog passen.
  • Wenn Bilder seitenbreit sind bzw. ich sie nicht komplett auf dem Laptopbildschirm sehen kann (und die Bilder auch noch endlose Ladezeiten bei meinem eh schon sehr schnellen Internet haben), klicke ich die Seite recht schnell weg. Das Gleiche, wenns nur Text und keine Bilder gibt. (Schande über mich...)
  • Ganz wichtig: Man muss erkennen, dass Liebe und viel Mühe in den Beiträgen steckt.
  • Posts mit zufälligen Fotos und keinem Text dazu schaue ich mir nur an, wenn die Fotos wirklich gut sind. Ich finde, ein Post sollte zumindest ein bisschen Konzept haben.
  • Über den Schreibstil mache ich mir immer ein Bild des Bloggers oder der Bloggerin. Und es ist wirklich ausschlaggebend, ob dieses Bild sympathisch auf mich wirkt.
  • Ich mag es, wenn man merkt, dass Leute nicht nur bloggen, um zu bloggen. (Mir fällt das bei mir selbst ab und an auf, dass ich das manchmal mache...) Ich meine damit, dass jemand zum Beispiel nicht extra Fotos für den Blog schießt, sondern aus Foto-Leidenschaft fotografieren geht und sich dann eine Plattform für die Bilder sucht.
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Sonntag, 19. Mai 2013

Fashion:Box & Gewinnspiel

Nachdem ich vom Dumont Verlag ja bereits das Buch DIY Couture rezensieren durfte, wurde mir eine weitere Kooperation angeboten, und zwar zu einem Mode-Buch. Ich habe erst mal lange überlegt, ob das wirklich etwas ist, was zu meinem Blog und zu mir passt. Schließlich beschäftige ich mich zwar mit Mode, aber recht wenig im klassischen Sinne. Ich kombiniere eher die Teile, die mir gefallen, und kaufe auch selten gezielt ein. Noch dazu weiß ich relativ wenig über Mode und entsprechende Zeitschriften zum Beispiel langweilen mich eher. Aber irgendwie hatte mir meine Mutter vor Kurzem gesagt, ich solle doch mal mehr über Mode schreiben, und außerdem ist es ja nicht zu spät, sich ein bisschen mit solchen Themen zu beschäftigen. Also habe ich mich dafür entschieden und darf euch jetzt das Buch FASHION:BOX vorstellen. Am Ende des Beitrags gibts übrigens noch zwei Exemplare zu gewinnen ;)


Das Buch ist, wie der Name schon verrät, als eine Art Box gestaltet - auf der rechten Seite gibt es quasi zwei schmale Deckel, die sich mit einem Magneten schließen lassen. So macht das Buch, auch mit dem hübschen Foto auf dem Einband, auf jeden Fall schon mal etwas her und sieht im Regal schön aus.





Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort, das erst einmal grundsätzlich darauf eingeht, was uns als Menschen dazu bringt, uns mit Mode zu beschäftigen, und sich schließlich der Frage widmet, was Stil denn wirklich ist.


"'Die Mode ändert sich, der Stil bleibt', meinte Coco Chanel. Es geht um kulturelle Kontinuität, um ein ästhetisches Alphabet, mit dem ein jeder von uns sein alltägliches Erscheinungsbild gestalten kann, das aber auch zu einem Vorrat an Zeichen und Vorstellungen gehört, ohne den wir unmöglich auskommen."

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es heute keine wirklichen Innovationen in der Mode mehr geben kann, weil alle Silhouetten bereits "erfunden" sind. Vor diesem Hintergrund fand ich den Text sehr interessant -  alle möglichen Designs sind bereits ausprobiert worden, und es geht quasi nur noch um Neuinterpretationen der bestehenden Klassiker. Das Buch widmet sich dem Thema "Modeklassiker" hauptsächlich aus filmischer Perspektive, da die meisten dieser Klassiker im Hollywood der 50er Jahre von verschiedenen Schauspielerinnen geprägt wurden.


Unterteilt ist das Buch nach den einzelnen Kleidungsstücken - es fängt an mit dem Kleinen Schwarzen, hört auf mit dem Abendkleid und dazwischen findet sich alles von der Jeans bis zum Bikini. Eine Doppelseite Text erklärt die Geschichte des jeweiligen Teils, wer es in welchem Film berühmt gemacht hat und was es ausdrückt bzw. wie es interpretiert werden kann. Dann folgen jeweils ein paar Seiten Fotos von Berühmtheiten und Filmausschnitte. Die Bilder illustrieren, wie das Kleidungsstück interpretiert werden kann und dokumentieren auch ein bisschen den Wandel der Zeit. Einige der dargestellten Filme und Personen kannte ich, andere nicht, und einige Bilder fand ich wirklich toll, vor allem natürlich die klassischen Vintage-Schwarzweißfotos.


Wer von dem Buch eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Mode erwartet, liegt ganz klar falsch. Die Texte sind nett zu lesen und ich fand es spannend, zu erfahren, woher die Designs der Teile stammen, die wir heute so selbstverständlich finden. Schließlich war es vor gar nicht so langer Zeit noch unvorstellbar für eine Frau, eine Jeans zu tragen. Sonderlich aussagekräftig sind die Texte allerdings nicht, und da nicht auf die Bilder eingegangen wird, macht das Ganze eher einen zusammengewürfelten Eindruck. Klar kann man in so einem Buch keine soziologischen Analysen erwarten, aber ich hatte mir doch ein paar mehr Infos erhofft. Toll hätte ich es auch gefunden, wenn zusätzlich zu den Fotos jeweils noch ein oder zwei Mode-Zeichnungen dabei gewesen wären, um ein bisschen mehr das Thema Mode, nicht nur das des Films, aufzugreifen.

Der Schwerpunkt bei der FASHION:BOX liegt ganz klar auf den Fotos und einfach darauf, hübsch auszusehen. Vor allem, wer auf Film-Klassiker im Stile von Audrey Hepburn oder Marilyn Monroe steht, wird viel Freude daran haben, das Buch durchzublättern. Also irgendwie ein Buch, das die Welt nicht braucht, das aber trotzdem ganz hübsch anzusehen ist. Ein perfektes Geschenk - und deshalb könnt ihr auch zwei Exemplare davon gewinnen! :)



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Dienstag, 14. Mai 2013

Origami Inspiration

Eigentlich haben mich Faltanleitungen immer überfordert. Ich bin fähig, ein Schiffchen zu falten, und früher habe ich sogar öfter Kraniche gebastelt. Aber zu allem anderen sind meine Finger einfach zu ungeschickt und ich zu ungeduldig. Vielleicht kommt es daher, dass ich mich momentan so für Origami-Motive begeistern kann. Oder es liegt einfach an den tollen geometrischen Formen und den teilweise echt niedlichen Motiven. Unheimlich toll finde ich es auch, das Motto Origami in Schnittmustern umzusetzen.

Im Rahmen der Upcycling-Woche habe ich euch ja schon mein Origami-Shirt gezeigt, auf das ich sehr stolz bin. Wenn ich demnächst mal Zeit finde, möchte ich auf jeden Fall noch mehr in die Richtung basteln, drucken oder nähen. Dafür hab ich mir auf dawanda ein bisschen Inspiration geholt. Vielleicht ist ja auch was für euch dabei.











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Sonntag, 12. Mai 2013

Der Perfekte Tag

Als ich das Thema der Blogreihe gelesen hatte, musste ich mich direkt dafür anmelden. Ich mag es, wie weitläufig sich der "perfekte Tag" interpretieren lässt und war sofort unheimlich gespannt darauf, wie die anderen TeilnehmerInnen das Thema umsetzen würden. Nur irgendwie herrschte in meinem Kopf seit der Anmeldung erst einmal Leere. Ein perfekter Tag - was kann das sein? Die bisherigen Beiträge haben meistens einen klaren Ablauf für einen tollen Tag beschrieben. Doch meiner Meinung nach gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, einen Tag perfekt zu verbringen. Ein Ausflug mit den besten Freunden kann genauso schön sein wie den ganzen Tag zu zweit im Bett zu liegen. Morgens aus Vorfreude um sieben aus dem Bett springen oder doch bis mittags dösen und danach ausgedehnt frühstücken? Abends exzessiv feiern oder lieber mit dem Laptop auf der Couch gammeln? Beides schön, und manchmal hat man eben mehr Lust auf das eine oder das andere.

Außerdem gehört zu einem perfekten Tag auch noch eine gewisse Portion Spontaneität dazu, oder? Die Dinge, von denen man noch den Rest seines Lebens erzählt, sind schließlich genau die Schnapsideen, auf die man abends nach einer Flasche Wein zu viel kommt. Deswegen habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, wie ein normaler für mich zu einem perfekten Tag werden kann. Egal, was ich vorhabe.

Schaut doch bitte auch bei den anderen Beiträgen vorbei, eine Übersicht findet ihr hier. Gestern hat übrigens Lillian ihren perfekten Tag präsentiert, und das mit wunderschönen Fotos. Morgen geht es dann bei Yonas weiter.


Die Seminartexte sind noch nicht fertig gelesen? Anstatt hier am See sollte man eigentlich gerade besser in der Bibliothek sitzen, das interessante Buch gegen den Uni-Wälzer eintauschen? Und in der WG-Küche stapeln sich sowieso die schmutzigen Teller? Heute mal egal. Schlechtes Gewissen hat an meinem perfekten Tag so rein gar nichts verloren. Denn es wird auch wieder der Moment kommen, in dem ich Lust darauf habe, mich mit Wissenschaftstheorie oder Landwirtschaft zu beschäftigen, genauso wie der Moment, an dem mich die Motivation zum Putzen packt. Und an meinem perfekten Tag mache ich genau das, worauf ich Lust habe, egal, was es ist, ohne darüber nachzudenken, was ich eigentlich gerade tun sollte.

Im Hier und Jetzt zu leben, ist manchmal eine größere Herausforderung, als man denken möchte, aber an meinem perfekten Tag möchte ich es probieren. Luka hat auf ihrem Blog unheimlich schön darüber geschrieben. Zuhören, ohne daran zu denken, was man gleich antworten wird. Den Moment als solchen in sich hinein lassen, aufsaugen, verstehen, nutzen und ganz einfach leben. Das tun, was man gerade möchte, sich selbst verstehen und besser kennen lernen, ohne sich von Konventionen leiten zu lassen. Klingt fast ein bisschen philosophisch, oder?

Ein doofer Spruch, aber es steckt ganz viel Wahrheit darin. Denn warum sagen wir "Nein" zu Dingen, die wir eigentlich möchten? Weil sie unsinnig sind, vielleicht zu teuer, ungesund, gefährlich oder kindisch, oder eher, weil uns andere genau das glauben machen möchten. Klar - einige Sachen sind wirklich gefährlich, und ich habe in meinem Leben auch schon Dinge getan, auf die ich rückblickend eher weniger stolz bin. Aber grundsätzlich lernt man mit jeder Erfahrung dazu, und ohne die negativen Erlebnisse wäre ich nicht, wer ich heute bin. Deshalb möchte ich an meinem perfekten Tag Ja sagen, vor allem zu den herrlich unsinnigen, blöden, kindischen, lustigen, unüberlegten Dingen, zu denen mir manchmal der Mut fehlt. Ja zur Ehrlichkeit mit mir selbst und anderen, ja zu Gefühlen und zur Leidenschaft, ja zum nächtlichen Einbrechen ins Schwimmbad und ja zum alleine abgehen auf der Tanzfläche, wenn keiner mitmachen will. An meinem perfekten Tag möchte ich alles aufsaugen und austesten und hinterher sagen können: Das hat mich weiter gebracht.

Noch so etwas, was sich viel leichter sagen als tun lässt. An meinem perfekten Tag möchte ich versuchen, auf mein Herz zu hören anstatt auf andere. Ich denke nicht, dass mir das Machen so schwer fallen wird, schließlich bin ich eigentlich ein recht spontaner Mensch und mache oft Dinge, ohne vorher groß darüber nachzudenken. Aber an meinem perfekten Tag möchte ich es schaffen, mir hinterher nicht den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, was andere Menschen wohl von mir gedacht haben. Viel zu oft versuche ich, dem zu entsprechen, was anderen gefallen könnte, ich suche nach Aufmerksamkeit und habe Angst, dass mich jemand nicht mögen könnte. Diese Gedanken möchte ich an meinem perfekten Tag komplett zur Seite schieben. Wer freiwillig Zeit mit mir verbringt, wird mich schließlich so mögen, wie ich bin - und wer das nicht tut, auf den kann ich auch verzichten.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass auf den besten Partys ein Foto- und Video-Verbot herrscht? Der Grund dafür ist wohl meistens, dass man sich ungezwungener verhält, wenn man keine Angst haben muss, dass die abendlichen Exzesse morgen auf Facebook landen. Ein positiver Nebeneffekt: Jeder Moment wird ausgekostet und innerlich abgespeichert, denn eine Möglichkeit zur Wiederholung oder zur Verlängerung gibt es nicht. Klar ist es schön, von einem tollen Tag auch mal Fotos zu haben, die man später wieder in die Hand nehmen kann. Aber mein perfekter Tag soll so beeindruckend sein, dass er mir ohnehin für immer im Kopf bleiben wird - ganz ohne Fotos oder Videos.


Einen Text wie den heutigen habe ich vorher noch nicht geschrieben, und ich hoffe, er hat euch gefallen und vielleicht ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Ich beschäftige mich momentan viel mit mir selbst, mit dem, was ich vom Leben möchte und erwarte und damit, was Glück für mich bedeutet. Deswegen kann es gut sein, dass ihr noch ähnliche Texte von mir zu lesen bekommt. Das Foto stammt übrigens aus Jena, die Zettel hängen inzwischen an verschiedenen Orten und ich nehme mir immer etwas mit - love, sun, happiness und auf jeden Fall ein Lächeln :)
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Freitag, 10. Mai 2013

Frühlingsgefühle

Keine Angst, es wird nicht kitschig oder süß hier. Und ja, ich weiß, momentan ist das Wetter wieder alles andere als wunderbar frühlingshaft. Aber in den letzten Tagen gab es so viele Momente, in denen der Sommer schon förmlich riech- und fühlbar war. Die brennende Sonne auf der Haut, das Vögelgezwitscher beim Aufwachen, ein blumiger Geruch in der Luft. Und all das scheint sich auch auf die Menschen auszuwirken. Sie gehen langsamer, machen das Draußensein zum Ritual, anstatt schnell von einem Ort zum anderen zu hetzen. Auf einmal ist jeder aktiver, spontaner, lockerer, als hätte die Sonne längst vergessene Batterien wieder aufgeladen. Das ist das, was ich am Frühling und am Sommer liebe, dieses Lebensgefühl. Und während sich im August oder September schon langsam Melancholie hineinmischt, weil der Winter mit jedem vertrockneten Blatt ein Stückchen näher kommt, scheint im Mai und Juni noch alles möglich. Große Pläne im Kopf und Schmetterlinge im Bauch, lassen wir uns einfach treiben und freuen uns auf all das, was noch kommt.
 

Die Fotos sind letzten Sonntag auf einem Spaziergang durch Jena entstanden und wirklich nichts Besonderes. Wobei ich sagen muss, dass mir das Foto von dem gemeinsam in einem Buch lesenden Paar irgendwie gefällt. Es hat etwas Verstecktes, Geheimnisvolles, durch die Äste und Blüten im Vordergrund.

Den "Du bist paradiesisch!"-Schriftzug findet man ganz oft in Jena, in verschiedensten Variationen. Letztens hatten wir beispielsweise einen kleinen maschinenbetippten Zettel mit dem Spruch darauf bei uns im Briefkasten. Da man, wenn man in Jena ankommt, einfach mal im "Paradies" aussteigt und sich an den Bahnhof der Paradiespark anschließt, wird immer wieder mit dem Wort gespielt. Dazu wird es auch bald mal einen Post von mir geben.


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Donnerstag, 9. Mai 2013

Projekt Fernweh: Busfahren in Nicaragua

Heute gibts eine kleine Reise-Anekdote von Lina, die normalerweise auf nureinwort über alltägliche Geschichten und ihre Auslandserfahrungen schreibt. Vieles habe ich aus Peru wiedererkannt - Busfahren ist dort jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis, und ich vermisse es sehr, dass in Deutschland alltägliche Dinge nicht so spannend sind. Wobei ich auch froh darüber bin, in 20 Minuten die Stadt durchqueren zu können anstatt in Lima in 3 Stunden ;) Viel Spaß beim Lesen!
 
Fahrt im Chicken-Bus irgendwo in Nicaragua (Genauer gesagt: Von Granada nach Managua. Aber es hätte auch jede andere Verbindung sein können.)
 
 
10.00h: Kommen am Busterminal an, wo die Busse alle 30 Minuten abfahren sollen. Bekommen einen Hustenanfall wegen des Staubes.
 
10.02h: Aufgeregte Verkäuferinnen, Taxifahrer, Straßenhunde und Busfahrer scheuchen uns alle woanders hin.

10.07h: Haben den richtigen Bus gefunden, in den uns der Fahrer hineingescheucht hat, als führe er in diesem Moment los. Unsere Rucksäcke sind auf abenteuerliche Weise auf das Busdach befördert worden, uns bleibt nur, zu beten, dass sie da auch bleiben werden [Anm. d. Red.: Sie kommen auf irgendeine Weise IMMER unbeschadet mit].

10.09h: Versuchen, unsere unnatürlich langen Beine einzuordnen. Versuch scheitert. [Anm. d. Red.: Die Busse sind alle ehemalige Schulbusse aus den USA, die nun irgendwelche Bibelsprüche und freizügige Frauenkörper draufgemalt haben. Nur der Schriftzug SCHOOL BUS bleibt aus irgendeinem Grund. Deswegen jedenfalls die bescheidenen 15 cm Abstand zwischen Sitzfläche und Rückenlehne des Vordermanns.]

10.20h: NEIN, ich will keine Taschenlampen, Haarspangen oder Lotterielose kaufen… Auch nicht, wenn ihr mich noch so oft an der Schulter rüttelt.

10.26h: Och, die Empanadas sehen ja ganz gut aus… Im Gegensatz zu den eingetüteten Pommes mit Ketchup.

10.31h: NEIN, ich will immer noch keine Taschenlampe.

10.36h: Bemerkenswert, wie fast jeder im Bus, so arm er auch sein mag, dem Obdachlosen Geld gibt. Sowas kenne ich aus Deutschland nicht.

10.46h: So langsam könnte es auch mal losgehen… Oh, der Motor springt an! – Schade, angetäuscht.

10.51h: …und Ohrringe will ich auch nicht kaufen…

10.59h: …genauso wenig, wie dem bettelnden Kind die Blume aus Bananenblättern abzukaufen. So leid es mir auch tut, aber Eltern, die ihre Kinder Betteln schicken, will ich nicht auch noch bestärken.

11.06h: JESUS, es geht los!!

11.17h: Kann mir jemand einen plausiblen Grund nennen, warum der Bus mit kontinuierlichen 5 km/h fährt?

11.23h: Und warum gibt es zum Teufel nochmal keine Haltestellen?! Wir halten alle 10 Meter für irgendjemanden an.

11.45h: Okay, langsam gehts schneller. Fahrtwind, kühle mein schweißdurchtränktes T-Shirt!

11.51h: Warum heißt es Chicken-Bus? Natürlich, weil Hühner transportiert werden. Hier ist ein ununterbrochen krähender Hahn zugestiegen. Hallelujah.

11.57h: Und mit dem winselnden Hund hinter mir wirds auch nicht besser.

12.01h: Kaum zu glauben, dass dieser bullige Busfahrer auf so schnulzige Musik steht. Sie tönt durch den ganzen Bus. Teilweise überlagert von der Handymukke der drei Halbstarken schräg vor mir.

12.15h: Langsam wirds voll. Wessen Bauch schmiegt sich da an meinen Kopf? Und wessen Ellenbogen bohrt sich in meinen Nacken? Warte – ich wills nicht wissen.

12.27h: Die Fahrt zieeeeht sich. Versuchen, alle 50 US-Staaten aufzuzählen, alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler.

12.46h: Wieso haben wir erst 25 Staaten? Wo sind bitte die restlichen abgeblieben? Und ist das peinlich? Oder der Temperatur zuzuschreiben? Oder dem Fakt, dass mein Frühstück mir bei jedem Hopser wieder hochkommt?

12.53h: Managua – 36 Kilometer. Danke, Gott. Falls es dich gibt.

13.16h: Der klägliche Versuch, dem Fahrkartenmenschen ein paar Geldscheine hinzureichen, durch ein Gewühl aus Armen, Tieren, Beinen, Kindern. Bekommen irgendein Wechselgeld wieder.

13.32h: Der abermals klägliche Versuch, aus unserem Gefängnis Sitzen aufzustehen. Wir scheinen da zu sein, alles drängt raus.

13.35h: Alles ausschütteln. Die Rucksäcke sind noch da, yay!

13.41h: Fahren in diesem Land eigentlich auch irgendwelche anderen Busse? Nein? Okay, Chicken-Bus ist eh viel… interessanter.
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Sonntag, 5. Mai 2013

Vom Zweifeln

Das Leben ist so schön. Ich bin umgeben von tollen Leuten und lerne ständig neue kennen, beschäftige mich tagsüber mit Dingen, die mich wirklich interessieren, und muss abends oft auswählen, auf welche der vielen möglichen Veranstaltungen ich gehe. Der Frühling ist bereits da, der Sommer im Kommen, und ich lag sogar schon einen Abend lang am Strand.

Alles perfekt. Wenn da nicht die kleine Stimme im Hinterkopf wäre. Die, die immer wieder laut wird, wenn mir eine Kommilitonin von ihrem geplanten Auslandssemester erzählt. Oder, wenn ich mich mit Freunden zum Grillen treffe, und die Hälfte absagt, um zu lernen. Wenn in der Vorlesung eine Frage zu aktuellen Themen gestellt wird, zu denen ich keine Ahnung habe. "Es ist nicht genug", sagt die Stimme. Ich mache nicht genug - fürs Studium, für meine Zukunft, für meine Lebensplanung. Meine Noten sind nicht gut genug, mein Engagement zu wenig. Ich bin nicht gut genug. Ich - nicht genug.

Dann fasse ich mir für einen kurzen Moment an den Kopf. Ich lerne viel, möchte aber auch nicht, dass das Studium meine komplette Freizeit auffrisst. Schließlich möchte ich glücklich sein, und das bin ich nur, wenn ich auch mal die Möglichkeit habe, abzuschalten. Eigentlich habe ich gar nicht vor, ein Auslandssemester zu machen. Einen Lebensplan habe ich, aber wahrscheinlich wäre es auch sinnlos, diesen zu intensiv zu verfolgen. Schließlich sollte man ja doch irgendwie flexibel bleiben. Und die Dinge auf sich zukommen lassen.

Aber nein, irgendwie verschwindet die Stimme doch nicht. Sollte ich nicht momentan in Lima oder Buenos Aires sein? Mich bereits für das nächste Praktikum in der UNO oder sonstwo bewerben? Durch die Welt jetten und mich in allen möglichen Bereichen engagieren? Oder mich zumindest hier in Deutschland für irgendetwas einsetzen, was sich möglichst noch gut im Lebenslauf macht, damit ich später nicht als Taxifahrerin ende, wie es mir alle immer scherzhaft prophezeihen?


Manchmal hab ich das Gefühl, andere ziehen an mir vorbei und ich bleibe irgendwie auf der Strecke. Konkurrenz hat mich noch nie angestachelt - wenn ich ehrgeizig bin, dann liegt das daran, dass mich eine Sache wirklich interessiert. Nur Interesse und gute Noten, im Studium scheinen mir diese zwei Dinge meilenweit auseinanderzuliegen. Tatsächlich hinter die Theorien und Ideen zu blicken, die wir behandeln, sie auf die Realität anzuwenden und seine eigene Meinung zu entwickeln, das ist spannend. Für Klausuren sinnlose Zahlen und Fakten auswendig zu lernen, ist effektiv.

Eigentlich finde ich diese Perfektionisten schrecklich. Wer alles sofort perfekt auf die Reihe bekommt, ist mir meistens automatisch unsympathisch. Ein geformter Charakter ist meiner Meinung nach zwischendurch auch mal ein paar Umwege gegangen. Oder einfach ausgestiegen und hat sich die Umgebung angeschaut. Was für eine grauenvolle Vorstellung, nie über die Stränge schlagen zu können. Die intensivsten, bedeutsamsten, spannendsten Momente sind schließlich selten genau vorhergeplant, und wie viele Erfahrungen hätte ich verpasst, wenn ich jeden Abend bereits um elf im Bett gewesen wäre, um am nächsten Tag früh aufstehen und arbeiten zu können?!

Ich möchte keine Perfektionistin werden - und doch habe ich Angst, dass diese Menschen mich überholen, mit ihrem Einserschnitt, ihren Praktikumserfahrungen, ihrem breiten Allgemeinwissen und ihrem makellosen Auftreten. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass in der Zukunft Persönlichkeit wichtiger sein wird als ein perfekter Lebenslauf, und ich wünsche mir das Selbstbewusstsein, daran glauben zu können. Ruhig in der Sonne zu liegen, während die anderen an mir vorbeisprinten. Nachts auch mal guten Gewissens durchzufeiern und um sechs Uhr früh den Sonnenaufgang auf unserem Dach zu beobachten, während die anderen am Schreibtisch sitzen. Sich trauen, Bücher aus Interesse zu lesen und nicht, weil sie für das Studium wichtig sind. Herausforderungen anzugehen, anstatt auf Nummer sicher zu gehen. Auch mal Mut zur Lücke zu haben.

Und endlich: Die "nicht genug"-Stimme ausschalten zu können...

Könnt ihr meine Bedenken verstehen? Geht es euch vielleicht manchmal ganz genauso?
Es würde mich freuen, eure Meinungen zu hören.
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